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Josef Dimler

Ein Nacken wie der mächtige Charolais-Stier

Josef Dimler hat, wenn es um seine Überzeugungen geht, einen Nacken wie der mächtige Charolais-Stier in seinem Stall bei Eichenhofen. Als er 1989 den Hof übernehmen sollte, wäre er lieber in München und technischer Angestellter geblieben, als konventioneller Bauer zu werden.

 „Eigentlich hast du ja Recht…“

Josef Dimler setzte sich durch, der Betrieb wurde bio und ist heute der einzige von ehemals 17 Höfen in dem Ort, der erhalten geblieben ist. Wenn Josef Dimler heute im Kreisverband des BBV diskutiert, nimmt er auch hier kein Blatt vor den Mund. Manchmal kommt hinterher jemand auf ihn zu und sagt: „Eigentlich hast du ja Recht…“.

Ökologische Braugerste 

Der Hof mit dem leuchtend gelben Haus aus dem 19. Jahrhundert war einer der ersten, der die Lammsbräu mit ökologischer Braugerste belieferte. Dass er das auch weiterhin tun wird, dafür sollen Josef Dimlers Söhne sorgen. Andreas und Florian packen auf dem Nebenerwerbsbetrieb in ihrer Freizeit tatkräftig mit an. Dass kaum einer darüber nachdenkt, wie die konventionelle Landwirtschaft Grundwasser und Gesundheit der Verbraucher belastet, will Josef Dimler nicht in den Kopf. „Hätten wir reale Preise, wären konventionelle Produkte unbezahlbar“, sagt er. Und wie kommt Josef Dimler ausgerechnet zu den ungewöhnlichen Charolais-Rindern? Das liegt unter anderem an seiner Begeisterung für deren Heimat: Frankreich.

Markus Eckert

Der Mann ist alles, nur nicht gemütlich.

Hopfen hat ja angeblich beruhigende Wirkung. Bei Markus Eckert scheint die bislang nicht anzuschlagen. Der Mann ist alles, nur nicht gemütlich. Er geht schnell, er spricht schnell, er fährt schnell. Kein Wunder! Zeit zu verschenken hat er nicht.

Zwischen Hopfengärten und Apfelplantagen 

Zwischen Hopfengärten und Apfelplantagen gilt es, eine Großfamilie zu versorgen. Nicht zu vergessen die Unmengen an Arbeit am Schreibtisch. „Da verbringe ich oft mehr Stunden als mit der Arbeit im Freien“, sagt der Agrarwissenschaftler und es ist klar, dass es ihm andersherum lieber wäre. Sein Vater Norbert war einer der ersten Bio-Bauern, die die Neumarkter Lammsbräu belieferten. Bereits 1987, zwei Jahre nach der Umstellung auf ökologischen Anbau, begannen die Eckerts mit dem Verkauf ihres Bio-Hopfens.

Im Bio-Hopfengarten ist alles grün

Die Familie zählt zu den weltweit nur etwa zwei Dutzend Bio-Hopfenbauern. Ihre Sorten haben edle Namen wie „Saphir“, „Opal“ oder „Smaragd“. Große Bedeutung hat bei den Eckerts auch der Apfel- Anbau. „Topaz“, „Rubinola“ und „Elstar“ liefern sie an Bio-Fachmärkte in der Region. Der Unterschied eines konventionellen Hopfengartens im Vergleich zum ökologisch angelegten ist auf den ersten Blick zu sehen: Er ist kahl, aus der nackten Erde rankt der Hopfen. Hingegen ist im Hopfengarten der Eckerts alles grün, dafür sorgen Zwischensaaten wie Erbsen. Der Gedanke der Nachhaltigkeit zieht sich durch alle Bereiche des Betriebs. Sogar der Bewässerungsteich ist naturnah mit einer Uferzone angelegt, als Rückzugsort für die Natur – und auch für Markus Eckert, wenn er mal eine Pause braucht.

Erwin Ehemann

Ein Mann der Zeichen setzt

Fast möchte man meinen, Erwin Ehemann habe seinen Bart seit Gründung der EZÖB nicht mehr gekürzt. Das wäre typisch für ihn. Der Mann setzt gerne Zeichen. So wie den Anti-WAA-Aufkleber auf seinem Oldtimer-Traktor. Er war Gründungsmitglied der Grünen, 1978 der erste Bio-Bauer im Landkreis und 1982 der erste Öko-Lieferant der Lammsbräu. In seinem Hof in Oberndorf hängen Protest-Plakate an der Scheune. Vor seinem Heimatort hat er ein Mahnmal gegen Agrogentechnik mit initiiert. Der Mann steht so fest wie die Linden entlang der Kreisstraße, die er gepflanzt hat.

Tue was dir wichtig ist

Doch missionarisch ist er nicht. „Ich tue das alles, weil es mir wichtig ist. Künftige Generationen werden vielleicht andere Dinge wichtiger finden.“ Ob eines seiner beiden Kinder den Hof übernimmt, ist für Erwin Ehemann nicht entscheidend. Er selbst wollte ursprünglich Gärtner werden. Diese Ader kann er  auf seinem prächtigen Gemüseacker ausleben oder zwischen seinen Ackerwildkräutern und den  summenden Bienen im Rotklee.

Neue Wege

Für Experimente, die dem ökologischen Landbau dienen, ist er jederzeit zu haben: Zuletzt nutzte er  für die Braugerste eine andere Saatbreite, um die mechanische Bodenbearbeitung zu erleichtern.

„Almauftrieb“ in Oberndorf!

In die Zuständigkeit von Ehefrau Rosi fällt die 40-köpfige Mutterkuhherde. Die Tiere bleiben bis November auf ihrer Weide. Dorthin werden sie mit dem Treibwagen gebracht, vorbei an der Dorfkirche. „Almauftrieb“ in Oberndorf!

Peter Gramm

Allroundtalent

Peter Gramms Tage müssen mehr als 24 Stunden haben. Anders ist es kaum zu erklären, dass der vierfache Vater neben seiner Landwirtschaft mit Ackerbau und Mutterkühen auch noch als selbstständiger Schreinermeister Massivholzmöbel baut.

Ökologisch aus Überzeugung

Den Hof in Megesheim am Rand des Altmühltals übernahm er 1988 in vierter Generation von seinen Eltern und führte ihn sofort ökologisch fort. „Für mich ist der bewusste Umgang mit der uns anvertrauten Erde unumgänglich“, sagt Peter Gramm. Die biologische Landwirtschaft sieht er als Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. „Schließlich will ich, dass meine Kinder und Enkel in Zukunft eine lebenswerte Natur vorfinden.“ Die Neumarkter Lammsbräu beliefert die Familie – Sohn Jonathan hilft tatkräftig mit – seit mehr als 20 Jahren. Peter Gramms Frau Perpetua kümmert sich mit Hingabe um den Hofladen, in dem man neben eigenen Erzeugnissen der Familie auch Naturkosmetik kaufen kann.

Überzeugung

„Die Menschheit kann auf Dauer nur mit ökologischer Landwirtschaft überleben“, ist Peter Gramm über-zeugt. Und danach handelt er Tag für Tag.

Hermann Heiselbetz

Der Anfang

Er stammt aus dem Gebiet der „Aufständischen“, dem „Landl“. Hier ist die Keimzelle des ökologischen Landbaus im Landkreis Neumarkt. Ein ökologisch eingestellter Pfarrer hatte 1983 ein Seminar zum Thema Schöpfung abgehalten und über die ökologische und soziale Bedeutung des Bio-Landbaus gesprochen. Hermann Heiselbetz und zehn weitere Bauern beeindruckte das so fundamental, dass sie ihre konventionellen Betriebe umstellten.

Höhen und Tiefen

So kam es, dass Hermann Heiselbetz als einer der ersten Biobauern im Landkreis die schwierige Anfangsphase der EZÖB miterlebte. Bald übernahm er Verantwortung in der Erzeugergemeinschaft, bis heute ist er Mitglied im Beirat. Höhen und Tiefen – das gab es beides. Nicht immer war die Stimmung in der EZÖB gut, die Zeiten waren ja auch nicht immer leicht. Mal wurde man sich mit der Brauerei schnell einig, mal wurde zäh um Preise und Qualitätsstandards gerungen. Letztendlich gab es immer ein Ergebnis, mit dem alle leben konnten.

Keine halben Sachen

Ob bei ihren Milchkühen oder im Ackerbau – Hermann Heiselbetz und seine Frau Helga machen keine halben Sachen. Sie denken „bio“ zu Ende. Ihr jüngster Sohn arbeitet sich gerade in die Materie ein. Er begeistert sich für die Landwirtschaft und wird den Betrieb in Ellmannsdorf mit 83 Hektar Land übernehmen. Darauf sind die Hermann und Helga Heiselbetz stolz.

Hubert Lautenschlager

Der Nobelpreisträger

Den Schlepper von Hubert Lautenschlager ziert ein markantes Autogramm: Percy Schmeiser hat auf dem Traktor unterschrieben. Und Hubert Lautenschlager hat die Signatur des Alternativen Nobelpreisträgers mit Lack gesichert – er ist stolz darauf, dass seine Maschine den Namen des bekannten Kämpfers gegen die Macht der Saatgut-Konzerne trägt. Getroffen hatte der Bio-Bauer aus Heinzhof bei Ursensollen den Kanadier bei einer Demonstration gegen Agro-Gentechnik.

Der eigene Weg

Seinen freien Geist und die Charakterstärke, den eigenen Weg zu gehen, hat Hubert Lautenschlager  mit seinem Vater gemeinsam. Der „Wolfenbauer“ stellte den Hof Anfang der 1980er Jahre auf ökologischen Landbau um, weil er auf keinen Fall länger mit Gift arbeiten wollte.

Pioniere

1981 besuchte er einen Lehrgang zur Umstellung.  Seit 1983 ist der Bioland-Betrieb Lieferant der  Neumarkter Lammsbräu. Sein Vater war damals noch einer der Pioniere. Hubert Lautenschlager setzt seine Arbeit fort. Etwas anderes als ökologische Landwirtschaft wäre für den Vater zweier Kinder nie in Frage gekommen.

Konrad Samberger

Aus Liebe zur Natur

Wie zum Beweis, dass die Natur rund um die Schneemühle noch im Lot ist, fliegt der seltene Schwarzstorch über das Feld von Konrad Samberger. Der außergewöhnliche Vogel ist ein scheuer Waldbewohner, doch hier, über dem blühenden Holunder, lässt er sich blicken. Den Holunder baut Konrad Samberger zusätzlich zur Braugerste seit vielen Jahren für die Neumarkter Lammsbräu an.

Verantwortung

Von Anfang an war für ihn nur ökologische Landwirtschaft in Frage gekommen. Konrad Samberger hatte den Betrieb 1990 gekauft. Der Vorbesitzer des historischen Gehöfts in der Schneemühle bei Pilsach hatte keine eigenen Kinder und gab die Landwirtschaft auf. „Meiner Meinung nach muss man verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgehen. Nur das nachhaltige Wirtschaften ist langfristig zielführend“, sagt der vierfache Vater Konrad Samberger.

Aufs Pferd gekommen

Längst ist sein Hof Magnet für viele junge Menschen geworden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass seine Tochter Elisabeth als Pferdewirtschaftsmeisterin Reitunterricht gibt und Pensionspferde betreut. 

Tierlieb

Die Rösser sind nicht die einzigen Tiere auf dem Hof. Es gibt außerdem Mutterkühe. Und Hunde: Denn Konrad Samberger hat ein Faible für Dackel und eine eigene Zucht.

Markus Schenk

Schafe schätzen – ein spannendes Spiel!

Der unkundige Besucher tippt auf 300. Weit gefehlt! Mehr als 1.000 Mutterschafe und Lämmer tummeln sich auf der Weide gegenüber des Deininger Friedhofs. Das ist einer der Orte, zu dem Markus Schenk regelmäßig seine Tiere führt. Ein anderer: Der Truppenübungsplatz in Hohenfels. Dort haben die Merino-Landschafe etwas, das für die Aufzucht des Nachwuchses unerlässlich ist: Ruhe. Von selbiger hat der Mann, der sie hütet, wenig.

Schäferidylle? 

Das war einmal. Heute lasten auf dem Beruf der Preisdruck durch die Abnehmer und der Mangel an Weideland. Flächen, die einst von wenig Interesse waren, werden in Zeiten der Energiewende heiß gehandelt. Würde Markus Schenk alle Stunden aufrechnen, die er arbeitet, wäre sein Betrieb nicht rentabel. „Wir müssen uns entscheiden, wie weit wir wachsen wollen“, sagt er. Markus Schenk will gut leben. Und das gelingt ihm. Mit seiner Frau Sandra und seinen drei Kindern wohnt er seit 2003 in Deining, in der Gemeinde hat er für seine Schafe ein Winterquartier errichtet. Hier begann er auch mit dem Getreideanbau.

Lammsbräu-Lieferant seit 2011

Zusammen mit seinem Team bewirtschaftet er 230 Hektar. Die Lammsbräu beliefert Markus Schenk seit 2011. Das Fleisch seiner Schafe verkauft er über Demeter. Etwas anderes als der biologische Anbau kam für Markus Schenk, geprägt von seiner Kindheit, nie in Frage. Er hat nicht einmal einen Sachkundenachweis, den man für den Einsatz von Pestiziden benötigt: Während seiner Ausbildung weigerte sich Markus Schenk, den Spritzkurs zu absolvieren.

Karl Schön

Ein Paradies mit kleinen Makel

Wäre die Autobahn mit ihrem immerwährenden Lärm nicht so nah, wäre Hatzenhof ein Paradies. So ist der idyllisch gelegene Weiler ein Paradies mit einem kleinen Makel. Aber was ist im Leben schon perfekt?

Perfekt?

Die Natur, jedenfalls, ist es nicht. Sonst würde es jetzt regnen, damit die Ackerbohnen nicht ihre Blüten abwerfen. Karl Schön nimmt es mit Gelassenheit. Er hat den Hof seiner Eltern als Nebenerwerb übernommen und betrachtet die Arbeit auf seinen Feldern als „Hobby“ und Ausgleich zu seinem Schreibtischjob bei der Bundeswehr. Doch es ist auch sein Forscherdrang, der ihn antreibt. Wie ist das eigentlich mit Buchweizen? Karl Schön wagt das Experiment und baut die alte Pflanze an. Auch Roggen und Rotklee wachsen gerade auf seinen Feldern, die rund um seinen Hof liegen. Ob er auch Blühstreifen hat? Diese Frage bringt Karl Schön zum Schmunzeln. Hinter seinem Haus erstreckt sich ein gewaltiges Blütenmeer am Waldrand. Zwischen Senf und Wicken tummeln sich Bienen soweit das Auge reicht.

Kann das gut sein?

Die Neumarkter Lammsbräu beliefert Karl Schön immer wieder mit Braugerste. Was ihn damals bewogen hat, den Hof umzustellen? Er habe beim Spritzen immer Kopfschmerzen bekommen, erzählt Karl Schön. „Da habe ich mir gedacht: Das kann einfach nicht gut sein.“ Kopfweh hat er heute nicht mehr. Dafür stechen ihn dann und wann Bienen. Aber was ist im Leben schon perfekt?

Werner Schwarz

Glückliches Federvieh

5.500 glückliche Hühner – das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Denn so viele Tiere auf einmal, das macht in Zeiten von Massentierhaltung und Lebensmittelskandalen stutzig. Doch das neugierige, muntere Federvieh auf dem Hof von Werner Schwarz belehrt den Besucher eines Besseren. Die prächtigen Hühner haben jede Menge Platz in ihren vier mobilen Ställen mit Wintergärten und Auslauf im Freien, mittendrin der stolze Hahn. Na also! Es geht auch anders.

Zeit zu handeln

1992 hat Werner Schwarz seinen Hof auf ökologische  Bewirtschaftung umgestellt. Ursache war der damalige Atrazin-Skandal: Das Trinkwasser im Raum Beratzhausen war derart stark mit Rückständen aus der Landwirtschaft belastet, dass das Gift bis heute nachweisbar ist, obwohl inzwischen eine eigene Anlage errichtet wurde, um das Wasser zu reinigen. „Damals wurde uns klar, dass dieser Weg nicht richtig sein kann“, erklärt Werner Schwarz.

Der richtige Weg

Heute baut er unter anderem Braugerste, Weizen und Roggen ohne Chemie an, dafür mit modernster Technik  wie der Getreidetrocknungsanlage samt indirekter Befeuerung. Für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Ackerwildkräuter hat der Naturland-Betrieb die Auszeichnung „Bayern Arche Betrieb“ bekommen. Und  die Eier der zufriedenen Hühner? Werden an Naturkostläden geliefert oder über eine Abo-Kiste verkauft.

Franz und Sonja Friedrich

Für die Familie

Sonja Friedrich denkt in letzter Zeit darüber nach, die Geschichte ihrer Familie für ihre Kinder aufzuschreiben. Dazu gehört auch der Moment, in dem ihr Mann beschloss, nicht länger mit Chemie arbeiten zu wollen. „Ich war gerade zum ersten Mal schwanger, da hat er gesagt, so geht das nicht weiter.“ Franz Friedrich hatte gesundheitliche Probleme durch das Spritzen auf den Äckern. Für seine wachsende Familie aber wollte er gesund bleiben.

Die Geschichte des Hofes

1976, ein Jahr nach der Hofübernahme, besuchte er einen Lehrgang zum ökologischen Anbau. Was er dort lernte, probierte er zunächst auf einem Hektar aus. Als das klappte, stellte er 1981 den gesamten Hopfenumbau um und belieferte erstmals die Lammsbräu. Seit 1989 ist der gesamte Betrieb „bio“. Zu dem Hof am südlichen Eingangstor der Fränkischen Schweiz in Lilling zählen heute 185 Hektar. Hier wachsen außer Hopfen Obst und Getreide. Die Erzeugnisse der Familie werden auch im eigenen Hofladen angeboten. „Wir sind nicht auf das große Wachstum aus“, erklärt Franz Friedrich. „Es ist uns wichtig, langfristig qualitativ hochwertige Produkte herzustellen. Wir wollen unseren drei Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.“

Die nächste Generation

Ihr Wissen über die Natur geben die Friedrichs auch an die nächste Generation weiter: Regelmäßig sind Kindergärten und Schulen zu Besuch. Die Zukunft des Familienbetriebs ist bereits gesichert – eine der vier Töchter von Franz und Sonja Friedrich wird den Hof übernehmen.

Willi Staudigl

Heimatverbunden

Die Landkreis-Bewohner kennen seinen Stand beim Neumarkter Bauernmarkt. Da steht Willi Staudigl immer samstags und lacht gut gelaunt, wenn er mit seinen Kunden plaudert. Nur wenige hat es jedoch bisher nach Dürn verschlagen, wo das Gemüse heran-reift, das so verführerisch am Marktstand bereit liegt. Dabei lohnt sich die Fahrt in den Naturpark Altmühltal immer. Die Landschaft ist einmalig schön, die Täler rund um Breitenbrunn sind märchenhaft.

Eine Reise mit Hindernissen

Für die Lammsbrauerei baut Willi Staudigl hier Gerste und Weizen an, sein heller Lichtkorn-Roggen wird von einer Bäckerei verarbeitet. Der dreifache Vater konzentriert sich mittlerweile voll auf den Landbau, unterstützt von seiner Frau. Mit der war er jüngst in Äthiopien. Auf seiner Reise übers Land sprach er immer wieder mit Bauern – Menschen, die unter schwierigsten Voraussetzungen versuchen, Lebensmittel anzubauen. Mit anderen Widrigkeiten, nämlich Vorurteilen, hatte Willi Staudigl zu kämpfen, als er seinen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellte. Die gesellschaftliche Akzeptanz war damals gering. Doch inzwischen hat das Interesse an gesunden Lebensmitteln zugenommen. Dass Pestizide Risiken bergen, ist den meisten heute klar. Am Bauernmarkt wird deshalb längst über ein neues Thema diskutiert: Gentechnik. „Menschen sind keine Versuchskaninchen“, sagt Willi Staudigl. „Agro-Gen-technik ist in der ökologischen Landwirtschaft völlig zu Recht verboten.“

Karl Stephan

Glückliche Tiere

Die Kühe von Karl Stephan sind möglicherweise die fröhlichsten weit und breit. Auf der sattgrünen Weide neben dem Wohnhaus der Familie springen Mecki und Co. herum wie übermütige Ziegen. Ob da beim Melken gleich Quark herauskommt? Karl Stephan lacht.

Seit 1996 ökologisch

30 derart sportliche Milchkühe mit Nachzucht gehören zu seinem schön angelegten Hof bei Ittelhofen. Er bewirtschaftet den 60-Hektar-Betrieb zusammen mit seiner Frau seit 1996 ökologisch.

Die sinnvollste Konsequenz

„Für mich ist Bio-Landwirtschaft die sinnvollste Weise, meinen Betrieb zu führen“, sagt Karl Stephan. Seiner Meinung nach müssten die Preise für Lebensmittel völlig überarbeitet werden. „Den Grundwasserschutz zum Beispiel zahlt der Steuerzahler. Würden diese Kosten stattdessen auf die Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft umgerechnet werden, die das Grundwasser verschmutzen, wären diese Lebensmittel unbezahlbar. Subventionen und Steuern verschleiern den tatsächlichen Wert der landwirtschaftlichen Produkte. Die sinnvollste Konsequenz muss der regionale, ökologische Landbau sein. Dies schafft außerdem Arbeitsplätze.“

Wie die Zeit vergeht

Als die Familie zum ersten Mal für die „Fair-zum-Bauern“-Aktion fotografiert wurde, waren die drei Kinder noch klein, Nesthäkchen Anna gar noch ein Baby. Zum EZÖB-Jubiläum setzen sich alle noch einmal wie damals auf die Bank vor dem Haus. Wie sie wohl aussehen werden, wenn die Erzeugergemeinschaft 50. Jubiläum feiert?

Anja Baumert und Roman Hölzl

Zurück zu den Wurzeln

„Ich will zurück in die Landwirtschaft!“ Mit diesem Wunsch von Anja Baumert fing 2007 alles an.  Zusammen mit Roman Hölzl kaufte sie sich einen Hof in Leuchtenberg im wilden Oberpfälzer Wald.

Außergewöhnlich

Seitdem bauen sie Heil- und Gewürzpflanzen wie Körnerfenchel, alte Getreidesorten wie Staudenroggen,  aber auch Braugerste an. Die Saatgutvermehrung von Rotklee ist bei ihrer Arbeit von großer Bedeutung. Zu den 112 Hektar Betriebsfläche kommen etwa ein Dutzend Legehennen und Alpakas. Letztere sind wie eine Reminiszenz an Südamerika. Anja Baumert, die Landwirtschaft studiert hat, verbrachte neun Jahre ihres Lebens in Chile. Vielleicht ist es diese Zeit, die ihr etwas Geheimnisvolles verleiht. Man kann sich die grazile Frau kaum auf einem Mähdrescher vorstellen. Doch sie fährt die gewaltigen Maschinen alle selbst, wie Roman Hölzl stolz anmerkt.

Professionell

Er selbst ist ein Multitalent, hat schon vieles gemacht und ist mit der Landwirtschaft zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Der Schutz des Bodens steht für die beiden im Vordergrund. Der Lohn: Beeindruckende Fruchtstände. Als Fachberaterin für Naturland gibt Anja Baumert ihr Wissen weiter. In der Region sind sie als „Zugereiste“ längst anerkannt und geschätzt. Die „Kümmelbauern“ haben dem Hof professionell  zu neuer Blüte verholfen.

Willibald Walter

Bio seit 1991

Willibald Walter setzte sich lange Zeit mit dem biologischen Landbau auseinander, bevor er seinen konventionellen Betrieb 1991 umstellte. Ausschlaggebend waren vor allem gesundheitliche Schwierigkeiten, die er durch die Pflanzenschutzmittel gehabt hatte.

Sichtbaren Erfolge

Die schwierige Anfangsphase hat er noch gut in Erinnerung. Und auch heute gibt es immer wieder neue Herausforderungen, zum Beispiel in der Milchviehhaltung. Doch machen die sichtbaren Erfolge den manchmal aufkommenden Frust über die Bürokratie immer wieder wett. „Es ist beeindruckend zu beobachten, dass sich der Boden immer wieder selbst regeneriert“, sagt Willibald Walter.

Braugerste für die Lammsbräu

Auf seinen 120 Hektar baut er neben Futter für die Milchkühe unter anderem seit 1993 Braugerste für die Lammsbräu an, tatkräftig unterstützt von seiner Familie. Sein Sohn wird den Hof in der traumhaften, an die hügelige Toskana erinnernden Landschaft bei Parsberg übernehmen. „Das, was wir tun, tun wir auch für die nachfolgenden Generationen“, sagt Willibald Walter, und dabei denkt er nicht allein an seine eigenen Enkel.

Georg Wein

Viel Arbeit

Der Bio-Hof von Georg Wein liegt nahe Kloster Ensdorf und wirkt damit gleichsam ein wenig wie der weltliche Arm der Salesianer Don Boscos, die hier eine vom Freistaat anerkannte Umweltstation betreiben. Idyllisch ist es im Vilstal, „wie im Urlaub“, sagt Georg Weins Ehefrau Martha. Doch kaum einer wird hier häuffg die Füße hoch legen, es gibt jeden Tag genug zu tun. Dafür sorgen nicht zuletzt die 40 Kühe.

Nachhaltiges Wirtschaften

Der Schwerpunkt liegt jedoch in der Erzeugung von Saatgut für Naturland. Eier und Rindfleisch verkauft die Familie auf Vorbestellung. Auf den Feldern gedeihen auf 70 Hektar Land Dinkel, Sommergerste, Roggen, Erbsen und Kleegras.

Im Einklang mit der Natur

Georg Wein studierte Agraringenieurswesen. Als er den Hof von seinen Eltern 1992 übernahm, kam für ihn nur die ökologische Bewirtschaftung infrage. „Mir ist ein nachhaltiges Wirtschaften wichtig, das im Einklang mit der Natur stattfindet. Dabei spielt der Schöpfungsgedanke für mich eine bedeutende Rolle“, sagt Georg Wein, der sich zudem nicht von der Agrarindustrie abhängig machen will.

Die ganze Familie

Fünf Kinder haben die Weins. Martha Wein arbeitet zusätzlich im Amberger Landwirtschaftsamt. Auf dem Hof packen die Großeltern mit an. Die Neumarkter Lammsbräu beliefert die Familie seit 1993.

Manfred Weller

Der Bio-Landbau

Wenn man Hans Peter Rusch, den Vordenker der ökologischen Landwirtschaft, zur Bodenfruchtbarkeit gelesen hat, kommt man um den Bio-Landbau gar nicht mehr herum. Davon ist Manfred Weller zutiefst überzeugt. Er selbst hatte sich schon immer sehr für das Bodenleben interessiert, studierte in Triesdorf, sah sich in der Schweiz einen Musterbetrieb an und entschied sich Anfang der 1980er Jahre für die  Umstellung seines Betriebes in Erlangen.

Von Generation zu Generation

„Das war eine Herausforderung“, erinnert sich  Manfred Weller heute. Aber sein Bauchgefühl trieb  ihn an – und er tat gut daran, sich darauf zu verlassen. Inzwischen ist Manfred Wellers Sohn Stefan, der in Weihenstephan studiert hat, in die ökologische Landwirtschaft eingestiegen, arbeitet zudem als Bioland-Fachberater für Ackerbau. Er wird den Hof übernehmen. Das wunderschöne Fachwerk-Ensemble beherbergte einst auch die Gastronomie „Zum alten Markt“.

Im Hofladen

Heute kann man Lebensmittel im Hofladen der Familie erwerben, um den sich Jutta Weller kümmert. Ruschs „Kreislauf der lebenden Substanz“ ist übrigens bis heute für viele Bio-Landwirte Pflichtlektüre und hat nichts an Aktualität eingebüßt.

Heinz Winter

Stattliche Christbäume

Rund zehn Jahre dauert es, bis ein Christbaum stattlich genug für die Festtage ist. Bis dahin muss regelmäßig von Hand Gestrüpp rund um die wachsenden Bäumchen entfernt werden, das Wild muss ferngehalten werden, neue Bäume müssen nachgezogen werden. Für Heinz Winter und seine Frau Christl lohnt sich der Christbaumverkauf Finanziell nicht. Sie sehen diesen Teil ihrer Arbeit eher als „Hobby“.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit

Und doch lässt sich hier, im schönen, morgendlich nebligen Wald bei Velburg das Prinzip Nachhaltigkeit in seiner Urform betrachten. Nicht umsonst stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft. Christl Winter ist obendrein Försterin – kein Wunder, dass die beiden ihren Hof nur auf eine Weise im Nebenerwerb fort- führen möchten: ökologisch. Dass das funktioniert, konnte Heinz Winter längere Zeit bei seinem Bruder beobachten. 1998 stellte er dann ebenfalls um.

Spaß zu wirtschaften

Heute baut er Dinkel, Braugerste, Roggen, Kleegras und Kartoffeln an. Darüber hinaus besitzt er 20 Hühner und vermarktet Kartoffeln und Getreide ab Hof. „Es macht Spaß, mit der Natur zu wirtschaften.  Der Erfolg stellt sich automatisch ein. Man muss einfach verstehen, dass der Boden lebendig ist und er behutsam und mit Respekt zu bearbeiten ist“, sagt Heinz Winter, der schon als kleiner Junge auf dem Traktor saß. Eine Leidenschaft, die ihm bis heute geblieben ist.

Hermann Zeller

Ganz besonders

Es gibt zwei Dinge, die der Triesdorfer Tiger und die Frankenziege gemeinsam haben: Sie stehen beide sowohl auf der Roten Liste gefährdeter Haustierrassen, als auch auf dem Biolandhof von Hermann und Tanja Zeller in Ipsheim.

Seltene Tiere

Der Triesdorfer Tiger ist übrigens keine Raubkatze, sondern ein Rind. Weltweit gibt es nur noch etwa  70 dieser Tiere mit dem braun-weißen Fell. Bei  Familie Zeller weiden sie mit den anderen Milchkühen auf der großen Wiese hinter dem direkt an der Aisch gelegenen Hof. Die Frankenziegen tummeln sich rund um die 150 kWp-Photovoltaik-Anlage und sind auf Wunsch der drei Söhne zu den Zellers gestoßen. Seit 1991 betreibt die Familie ökologischen Landbau. Etwas anderes kam für sie nicht in Frage.

Freude an der Arbeit

Neben Milch, Fleisch und Braugerste ist der Gemüseanbau einer der Schwerpunkte. Regelmäßig beliefern die Zellers den Bio-Großhändler dennree. Darüber hinaus verkauft die Familie ihre Produkte auf dem Hof. Hier können sich auch die Kinder frei entfalten. Man spürt es in jedem Winkel des Betriebs: Hermann und Tanja Zeller tun ihre Arbeit mit großer Freude.

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